Die Armen sind der Markt von morgen

Foto: Volodymyr KyrylyukEigentlich ist es so einfach, dass man sich wundern muss, dass es nicht schon früher passiert ist. Aus Erzählungen weiß ich, dass sich bei uns jemand ein sehr teures Hobby am ehesten dann leisten konnte, wenn er/sie dafür eine Generalvertretung übernommen hatte. Gerade bei Yachten bot das schon bisher eine gute Gelegenheit, um selbst zu einem halbwegs vernünftigen Preis an so ein Traumgerät zu kommen.

Dieses Prinzip wird mittlerweile auch in Regionen mit sehr armer Bevölkerung befolgt. Um in den Besitz eines Mobiltelefons zu kommen (das von Herstellern bzw. Providern zur Verfügung gestellt wird) werden Menschen zu Kleinunternehmern und verleihen ihr Handy zu Minutentarifen an Arme. Wenn sie es an sehr viele verleihen, erhalten sie auch eine kleine Provision, sodass sie sowohl selbst über ein Telefon verfügen als auch ihre eigenen Gespräche damit finanzieren. Das Gleiche funktioniert übrigens mit Laptops und Internetanschlüssen. Die angebotene Dienstleistung wird in derart kleine Portionen verteilt, dass sich auch Arme dieses für sie sehr attraktive Angebot leisten können.

In Indien hat diese Form der Teilung in kleinstmögliche Einheiten dazu geführt, dass Marken-Haarshampoo in Einzelportionen angeboten wird und angeblich in Tonnen gemessen bereits die gleiche Größe wie der Markt in den USA aufweist. Auch Ketchup, Tee, Kaffee oder Aspirin eignen sich für die Portionsverpackungen. Und gerade die Kunden in Dritte-Welt-Ländern erweisen sich als besonders markenbewusst.

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