Radikale Innovation

Rudolf Diesel

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Gestern Abend lief auf arte ein sehr interessanter Bericht über den deutschen Erfinder Rudolf Diesel. Er war beseelt von der Idee, die Dampfmaschine mit ihrer sehr geringen Energieausbeute durch einen anderen Antrieb abzulösen. Diesel warf alles über den Haufen, was unter Ingenieuren bisher als möglich galt und blitzte mit seinen Vorstellungen auf der Suche nach Geldgebern deshalb bei vielen renommierten Firmen ab. Das klassische Schicksal von Menschen, die eine radikale Innovation anstreben: Die meisten Fachleute hielten seine Ideen für undurchführbar.

Und weil es bei Erfindungen auch immer wieder auf Zufälle ankommt: Sein Förderer Buz von der Maschinenfabrik Augsburg (jetzt MAN) erlaubte Diesel nach zahlreichen Rückschlägen nur mehr Experimente mit geringeren Verbrennungstemperaturen, da er Angst hatte, ein Teil seiner Firma könnte explodieren.  Durch diese Vorgabe fand Diesel erst die passende Temperatur, vorher hatte er mit viel zu hohen Temperaturen gearbeitet. Auch war sein Erfindergeist dadurch angetrieben, einen Motor herzustellen, der gering im Treibstoffverbrauch war und preiswerten Treibstoff vertrug.

Bis heute gibt es keine Alternative zum Dieselmotor für die Schifffahrt. Nach Diesels Tod wurden seine Motoren durch weitere Forschung immer kleiner und konnten zuerst in LKWs, später auch in PKWs eingesetzt werden.

Heute noch steht Diesels Name weltweit an abertausenden von Zapfsäulen und seine Erfindung wird immer weiter verbessert. Diesel selbst hatte nur theoretisch mit Bio-Diesel experimentiert, fast hundert Jahre nach seinem Tod (1913) ist auch das kein Problem mehr.

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Schräges Hotel ‘Propeller Island City Lodge’

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FH- Studentin Lisa Mayrhofer hat mich darauf hingewiesen: Ein Hotel in Berlin, bei dem in manchen Zimmern die Möbel von der Decke hängen.  Oder ein Raum, der komplett in Orange getaucht ist. Ein Raum voller Symbole,  ein Raum mit einem runden Bett, ein Raum, der aussieht wie ein Bergwerksschacht. Insgesamt sind es 31,5 Zimmer (0,5 ist das Zwergenzimmer), wovon jedes einzelne ein Kunstwerk ist. Das Hotel ist eigentlich ein Museum, in dem man über Nacht bleiben kann. Im Erdgeschoß befindet sich noch eine Galerie.

Der Berliner Artist Lars Stroschen wollte eigentlich nur 2 Zimmer vermieten, um damit Geld für seine Musikprojekte und sein Studio zu verdienen. Als Künstler war es ihm aber ein Anliegen, diese Zimmer nicht als klassische Fremdenzimmer, sondern eher als ‘Kunstwerk’ zu gestalten. Und so ist er nach und nach in ein Hotelprojekt ‘hineingeschlittert’, nachdem eine Pension in seinem Hause frei wurde. Aber es waren unzählige Hürden zu überwinden, bis sein Projekt endgültig genehmigt war (Der Klassiker bei ‘radikalen’ Innovationen). Heute kommen Interessierte aus aller Herren Länder, um sich die Propeller Island City Lodge anzusehen oder am eigenen Leib zu ‘erleben’.

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Roboter für den Hausgebrauch

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Mit dem Geschirrspüler und der Waschmaschine haben wir seit langem Maschinen, die uns Menschen lästige Arbeit abnehmen. Aber wie sieht es mit Robotern aus, die ja schon vor langer Zeit in der industriellen Produktion Eingang gefunden haben? Seit einiger Zeit ist eine rapide Zunahme von zwei Robotertypen zu bemerken:

Saugroboter erledigen die Arbeit von Staubsaugern und kosten auch ungefähr soviel. Sie kommen allerdings viel besser als normale Staubsauger unter Möbel und in sonst vernachlässigte Ecken. Bei nachlassender Akkuleistung kehrt der Saugroboter zu seiner Dockingstation zurück und wird nachgeladen. Die Dockingstation von Kärcher saugt sogar den Schmutz des Roboters ein, sodass dieser sich wieder leer auf Wanderschaft begeben kann. Was sich allerdings auch drastisch im Preis (€ 550,00) niederschlägt.

Vom System her sehr ähnlich, aber im Preis viel höher (€1.000-4.000) sind die

Rasenroboter: Sie brauchen allerdings meist noch vor dem ersten Betrieb eine im Boden installierte Induktionsschleife, um ihr Arbeitsgebiet zu begrenzen. Teurere Geräte haben allerdings schon spezielle Grassensoren und benötigen daher gar keinen Begrenzungsdraht mehr.

Was ist an diesen Robotertypen radikal? Sie arbeiten im Normalbetrieb völlig anders als der Mensch, der meist systematisch vorgeht. Diese Roboter arbeiten ‘chaotisch’, d.h. sie fahren kreuz und quer über den Boden oder Rasen bis sie das gewünschte Resultat erreicht haben.

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Sie hat unser Leben verändert: Die Antibabypille

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Seit ihrer Einführung in den 60er-Jahren hat die Antibabypille das Leben von Generationen verändert. Wenn auch früher schon sichere Verhütung möglich war, so hat die ‘Pille’ doch den Frauen zwar die alleinige Verantwortung übertragen, sich um die Verhütung zu kümmern, aber eben auch die Freiheit gegeben, ohne die damals üblichen, manchmal recht mühsam zu handhabenden Verhütungsmittel auszukommen.

Als radikale Innovation kann die Pille deshalb gelten, weil die Verhütung durch eine gänzlich andere Methode als vorher erreicht wurde. Wie so oft bei einer radikalen Innovation musste mehrmals nachgebessert werden: Die Wirkstoffe, die eine Empfängnis verhindern, haben heute nur mehr ein Zwanzigstel der damaligen Stärke.

Carl Djerassi (in Wien geboren), Gregory Pinkus und John Rock meldeten 1951 in Amerika ein Patent über die Grundsubstanz der Antibabypille an. Dieses Video zeigt sehr deutlich, dass es allerdings eine sehr engagierte Frau, naemlich die amerikanischen Krankenschwester und Frauenrechtlerin Margaret Sanger war, die durch ihren unermüdlichen Einsatz der Antibabypille und ihrer Legalisierung zum Durchbruch verhalf. Dass sie sich damit auch viele Feinde machte, ist ein typisches Merkmal für eine Reihe von Erfindungen, die gegen den Widerstand vieler anders denkender Menschen erst einmal ‘durchgeboxt’ werden müssen.

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Die Baubranche umkrempeln

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tatawohnung1.gifDas indische Unternehmen TATA hat sich mit dem Billigauto TATA Nano einen Namen gemacht. Nun liefert TATA Housing ein Modell, das man mit recht in die Kategorie einer disruptiven Innovation einreihen kann, die den Markt von unten aufrollt .

Mit dem neuen Projekt Shubh Griha unweit von Mumbai bietet TATA Housing der unteren Mittelklasse Appartments von 20m² (rechts) bis 35m² (unten) an. Das kleinste Appartment kostet rund 7.000 Euro (inklusive Grundanteil), das größte rund 12.000 Euro. Sie befinden sich in einer neuerbauten Siedlung mit kompletter Infrastruktur (Spital, Schule, Geschäfte, Verkehrsanbindung usw.) und parkähnlichen Anlagen. Für indische Verhältnisse ein Traum! Dazu ein Video.

Die Häuser haben nur 3 Geschoße, daher ist kein Lift nötig und die Bauweise ist statisch gesehen einfach. Als Mitteleuropäer kann man sich kaum vorstellen, dass in der kleinen 1-Raum-Wohnung 3-4 Personen Platz finden. Und doch ist es für viele eine enorme Verbesserung, da sich Familien oft Klo, Bad und Küche mit anderen Familien am Gang teilen müssen! Wenn auch sehr klein, so ist hier alles in der eigenen Wohnung. Und da diese Familien nicht über Unmengen von Kleidungsstücken verfügen, kommen sie auch mit sehr wenig Stauraum aus.

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Zahlreiche Blogkommentare von entsetzten Amerikanern (wie kann man auf so kleinem Raum leben?) bis zu lobenden ausgewanderten Indern (die den Fortschritt für indische Verhältnisse sehen) zeigen, dass TATA hier in eine Marktlücke gestoßen ist, die sowohl in Indien, als auch in China, Brasilien usw. rege Verbreitung finden könnte.

Wenn diese Wohnungsgrößen auch für mitteleuropäische Verhältnisse (noch) nicht vorstellbar sind, so ist das Gesamtkonzept so einer Siedlung durchaus adaptierungsfähig. Und wird solange verbessert, bis es die Baubranche revolutioniert.

[Gefunden bei Burkhard Schneider, der es wiederum bei Förster & Kreuz entdeckt hat]
[Fotos: TATA Housing]

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Disruptive Innovation

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Fachleute unterscheiden oft zwischen der ‘inkrementellen’ und der ‘radikalen’ Innovation. Während bei der inkrementellen bestehende Produkte, Verfahren, Prozesse oder Dienstleistungen verfeinert und verbessert werden, setzt die radikale Innovation auf gänzlich neue Wege, d.h. sie wendet sich radikal vom Bisherigen ab.

Gerade im amerikanischen Raum haben sich noch andere Kategorisierungen entwickelt. Hier spricht man von ‘Sustaining Innovation’, wenn es sich um Innovationen handelt, die das Bestehende erhalten helfen. Sie sind mit dem Begriff ‘inkrementelle Innovation’ gleich zu setzen.

Einen Schritt weiter sehen die Amerikaner ‘Breakout oder Breakthrough Innovation’. Sie meinen damit oft die Kombination zweier Konzepte, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben (z.B. Kochen und Chemie=molekulare Küche oder aus dem Blog von Burkhard Schneider ‘Gartenpralinen im Kaugummiautomaten’).

Als ‘Disruptive Innovation’ wird angesehen, was z.B. ein völlig neues Marktsegment öffnet, eine Industrie verändert und Mitbewerber zwingt, sich völlig neu zu orientieren. Neue Firmen starten disruptive Innovationen in unteren Marktsegmenten, die etablierten Firmen weichen nach oben aus. Die ‘Neuen’ drücken so lange nach oben bis sie selbst oben sind. Die anderen Firmen haben sie dann aus dem Markt gedrängt. Allerdings werden sie selbst dann wieder anfällig verdrängt zu werden.

Das folgende Video demonstriert recht anschaulich, wie Unternehmen mit disruptiven Innovationen (einfacher als das Bisherige) zu einem geringeren Preis neue Verbraucher in ein Marktsegment locken.

Computer über die Haut steuern

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FH-Student Robert Maier hat mich darauf aufmerksam gemacht: Microsoft und Wissenschafter der Pittsburgh University arbeiten an einer gänzlich neuen Computersteuerung namens ‘Skinput’. Mittels eines Beamers in einer Manschette am Oberarm wird z.B. eine Tastatur auf den Unterarm oder die Hand projeziert, dort können die Tasten durch einfaches Antippen der Haut bedient werden. Aber auch ohne projezierte Tasten funktioniert das System: Durch Tippen auf verschiedene Stellen des Armes können unterschiedliche Befehle erzeugt werden. Oder Sie tippen auf einzelne Finger und erteilen damit jeweils einen anderen Befehl. Das Ergebnis sehen Sie dann wieder auf einem Bildschirm, den Sie beliebig projezieren können. FOCUS-online hat einen Ausschnitt aus dem Originalvideo als deutsche Version auf youtube gestellt.

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Impfen mit Pflaster statt Nadel

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Es wird noch einige Zeit dauern, aber sie wird kommen: Die Impfung über ein Pflaster.  Dieses neue Impfpflaster der Wiener Firma Intercell öffnet einen enormen Markt, da es sehr viele Menschen gibt, die große Abscheu vor einer Injektionsnadel haben.

Damit steht ein radikaler Wandel gegenüber bisherigen Impfgewohnheiten bevor: Ein Stück Haut wird mit einfachen Mitteln leicht aufgeraut (Video), damit der Impfstoff leichter in die Hornhaut eindringen kann. Angenehmer Nebeneffekt zur Impfung mit der Nadel: Da in der obersten Hautschicht besonders viele und wichtige Immunzellen sitzen, wirkt die Impfung besonders gut. Oder anders gesehen: Es muss nur sehr wenig Impfstoff verwendet werden! Das Impfen geht auch völlig schmerzfrei und kann eventuell sogar vom Patienten selbst vorgenommen werden.

Intercell hat derzeit 2 Impfstoffe in Vorbereitung: Einen gegen Reisedurchfall und einen zweiten gegen pandemische Grippe. Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass sich diese Methode nicht für alle Impfstoffe eignet, ist das neue Verfahren trotzdem sehr interessant.

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Smart Grids sichern Energiebedarf

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Die “intelligenten Netze” werden in Zukunft dafür sorgen, dass der Strom dorthin fließt, wo er gerade gebraucht wird. Wir werden tagsüber auf unserem Haus mit Sonnenkollektoren oder anderen Systemen Energie erzeugen und diese in das Netz einspeisen. Abends holen wir uns dann einen Teil davon zurück. Die Abrechnung erfolgt über “Smart Meter”, die den Energielauf in beiden Richtungen messen.

In dieses Konzept sollen auch Elektrofahrzeuge einbezogen werden, die oft stundenlang ohne Verwendung herumstehen. In dieser Zeit könnten sie mit ihren Batterien als Energiespeicher dienen. Dieser Kreislauf wird recht anschaulich auf der österreichischen Homepage zum Thema “Smart Grids” dargestellt. Damit einher geht der Einsatz von Computersystemen, die diese intelligenten Netze steuern. Es wird deshalb möglich sein, dass sich bestimmte Geräte nur dann einschalten, wenn der Strompreis gerade günstig ist. Oder Energie ans Netz abgeben, wenn der Strompreis gerade einen guten Ertrag bietet.

Dazu ein kurzes Video.

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Ein Ventilator ohne Flügel

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James Dyson, der Erfinder des beutellosen Staubsaugers, ist ein Meister im ‘Weglassen’. Nun hat er eine wahrlich radikale Innovation abgeliefert: Einen Ventilator ohne (sichtbare) Rotorblätter!

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Dieser liefert einen gleichmäßigen Luftzug ab, weil die Luft nicht mehr wie bei herkömmlichen Ventilatoren ‘zerschnitten’ wird und dadurch ein unangenehmes ‘Flattern’ erzeugt. Der Ring (siehe oben) ist im Durchschnitt etwas konisch einem Flugzeugflügel nachempfunden, da die Dysoningenieure festgestellt haben, dass die eine Tragfläche entlangstreichende Luft ihre Menge ordentlich steigert. Wie wird nun aber die Luft angesaugt? Durch die schmalen Schlitze im Fuß des Gerätes mittels asymmetrisch angeordneter Lamellen. Die Luft wird außen über den Ring geleitet und dadurch automatisch 15x verstärkt. Das ist in diesem Video sehr gut zu sehen.

Das Gerät ist einfach zu säubern und vor allem können Kinder und Erwachsene gefahrlos die Hand in den Ring halten (bei Betrieb): Es wird ihnen nichts passieren. Allerdings rangiert das gute Stück derzeit noch mit einem Verkaufspreis von € 299,00 in der Kategorie “Liebhaberstück”, da es das Zehn- bis Zwanzigfache eines herkömmlichen Tischventilators kostet.

[ASIT-Prinzip: Entferne einen wesentlichen Bestandteil]

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