Radikale Innovation braucht Querdenker!

Deshalb gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz Querdenker-Clubs, die diese Art des Denkens fördern. Durch digitale Beiträge auf der Seite www.querdenker.club/ und durch Querdenker-Abende, bei denen über interessante Zukunftsthemen diskutiert wird. Der Querdenker-Club Salzburg befasst sich z.B. in 2018 damit, ob Unternehmen schon fit für die digitale Zukunft sind bzw. eine Strategie dazu haben. Außerdem dürfen Manager mit LEGO® SERIOUS PLAY® spielen und überlegen, wie sie die Stadt Salzburg weiter begrünen können. Burnout wird ein Thema sein, Arbeitslosigkeit für Menschen 50+ und ob Banken noch zeitgemäß sind.

Der in Deutschland sehr bekannte Manager/Politiker Thomas Sattelberger fordert in der Wirtschaftswoche  „Es braucht disruptive CEOs!“ Dazu müsste ein Kulturwandel eingeleitet werden, der bereits im Kindergartenalter beginnt. Deshalb unterstützen die Salzburger Querdenker die Initiative „Spürnasenecke“, bei der Kinder ihrem Forscherdrang nachgeben und schon früh Talente und Vorlieben entwickeln können. Geschlechtsunabhängig, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, im Alter zwischen 3 und 6 Jahren. Im Bild starten Kinder gerade ihren ersten Versuch, um einen Holzroboter (Würfel) über ein Feld zu lenken und haben dazu Bausteine in ein Holzpaneel eingesetzt, die dem Roboter einen bestimmten Parcours vorgeben: Damit wird die Basis fürs Programmieren gelegt. Es gibt bereits über 80 Experimente für die Kinder, um schon sehr früh das Denken in unterschiedlichste Richtungen anzuregen – kreuz und QUER!

[Foto Copyright Kaan]

Die Blutabnahme revolutioniert!

Vor acht Jahren habe ich schon einmal über eine Möglichkeit berichtet, wie man Menschen impfen kann, die Angst vor einer Nadel haben. D.h. einen Impfstoff ohne Nadel durch die Haut zu bringen. Heute lese ich, dass andere Forscher der selben Zielgruppe (Menschen mit Angst vor Nadeln) wieder etwas Neues bieten: Nämlich Blutabnahme ohne Nadel! Loop Medical – entstammt der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) – hat jetzt ein System entwickelt, mit dem man das schmerzfrei und ohne Nadel schafft.

Allerdings hat das vor drei Jahren schon die amerikanische Tasso Inc. aus Seattle mit ihrem Produkt HemoLink versprochen. Was ist eigentlich aus diesem Produkt geworden? Die Homepage gibt darüber keine genaue Auskunft. Wer weiß hier mehr darüber?

Aus Autoabgasen Tinte machen

Ein indischer Unternehmer hat es sich (als Spin-off des MIT) zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag gegen die starke Luftverschmutzung, die oftmals in Indien herrscht, zu leisten. Mit seinem Team hat er ein System entwickelt, das Motorenabgase (von PKWs, LKWs, Schiffen) auffängt, um diese anschließend in eine schwarze Tinte zu verwandeln.

Die größte asiatische Brauereigruppe TIGER Singapur unterstützt bereits seit langem Kunstprojekte, die auf den Planen der Bier-LKWs präsentiert werden. Nun werden auf deren LKWs am Auspuff Filter angebracht, aus denen dann das Material für Air-Ink extrahiert wird. Künstler können nun z.B. mit Air-Ink Planen dieser LKWs, aber auch Hauswände und andere Oberflächen bemalen.

Bildergebnis für tiger trucks singapur air ink

Es ist zwar ein mühsamer Weg, diese von Künstlern sehr geschätzte Tinte zu erzeugen, stellt jedoch einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung der Luftverschmutzung dar!

Knochenschraube spart zweite Operation

Die vom oberösterreichischen Orthopäden Dr. Klaus Pastl erfundene Schraube besteht aus menschlichem Knochenmaterial, nämlich aus Oberschenkelknochen. Diese werden von einer deutschen Firma geliefert, die sich auf Organspenden spezialisiert hat. Pastl kann aus einem Oberschenkelknochen 20-40 Schrauben gewinnen, die nach einem von ihm erfundenen Verfahren hergestellt werden. Auch das von Deutschland gelieferte Material wird nach einer von ihm patentierten Lösung sterilisiert.

Seit 2010 werden bereits erfolgreich diese Schrauben im klinischen Bereich getestet, seit April 2016 darf die Shark Screw® als zugelassenes Knochentransplantat eingesetzt werden. Seit November 2016 ist das Produkt der surgebright GmbH auch in der Schweiz zugelassen.

Die Schraube wird innerhalb weniger Wochen von körpereigenen Zellen durchdrungen und vom Körper des Patienten angenommen. Dadurch entfallen Abstoßungserscheinungen und die bei Metallschrauben nötige zweite Operation, um diese wieder zu entfernen. In Österreich verwenden bereits 14 Kliniken das Material von surgebright. Sollte dieses Produkt jetzt weltweit Furore machen, so ist mit heftigem Gegenwind von Erzeugern der Metallschrauben zu rechnen. Oder kommt ein tolles Buyout?

 

Die Plattform CONDA wechselt zur Blockchain-Technologie

CONDA, eine der bekanntesten österreichischen Crowdinvesting-Plattformen (Start 2013) betreut derzeit bereits ähnliche Plattformen in sieben Ländern. Der Schwerpunkt liegt darauf, kleinere Betriebe (auch StartUps) mit Investoren zu vernetzen. Ab 100€ kann sich jeder bereits an einem Unternehmen beteiligen. 89 Projekte wurde bereits erfolgreich betreut und mehr als 9000 Investoren gefunden. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo CONDA in die Blockchain-Technologie einsteigt, um über eine Krypto-Währung Investments länderübergreifend, sicher und schnell anbieten zu können. Die rechtliche Seite ist in allen sieben Ländern geklärt und der Start erfolgt demnächst (siehe https://ico.conda.online/).

Bekannt geworden ist CONDA durch eines seiner ersten Crowdinvesting-Projekte für Wohnwagon.

[Foto: Wohnwagon]

Lebensretter immer dabei

Eine tolle Idee hat ein Grazer StartUp: Einen Mini-Defibrillator für Rucksack oder Handtasche. Das Gerät, das mich im ersten Moment an einen etwas größeren Selbststempler erinnert, ist handlich und leicht zu bedienen.

Es gibt zwar heute schon jede Menge Defibrillatoren an öffentlichen Plätzen, aber sehr oft wissen Passanten nicht, wo sich der nächste Defi befindet. Menschen mit Herzrhythmus-Störungen leben daher in der ständigen Angst, vom plötzlichen Herztod dahingerafft zu werden. Es geht dabei meist um Sekunden oder Minuten! Wenn sie deshalb ihren eigenen Mini-Defibrillator in der Tasche haben, kann ein aufmerksamer Passant damit erste Hilfe leisten. Dafür sammelt das junge Grazer Team Geld auf der Crowdfunding-Plattform indiegogo: Innerhalb weniger Tage haben sie ihr Ziel von 100.000 € bereits um 50% überschritten. Ein weiteres ehrgeiziges Ziel: eine App am Smartphone erkennt, wer aller in der Umgebung ein PocketDefi besitzt und sofort angesprochen werden kann.

[TRIZ Evolutionsprinzip Miniaturisierung]

Ein gutes Beispiel für „Cross Innovation“

Warum nicht eine beliebte Methode aus der Baubranche zur Schuttentsorgung auf Baustellen dazu verwenden, um Menschenleben zu retten? Man tausche die ineinander verschachtelten konischen Röhren (TRIZ-Lösungsprinzip Nr. 7: Matrjoschka -Verschachtelung) einfach gegen eine relativ enge aber nachgiebige Folienröhre aus und ab geht die Post! Bei Todesgefahr durch ein großes Feuer würden sich wahrscheinlich selbst Menschen mit Klaustrophobie (Platzangst) überwinden können, diese „Rettungsgasse“ zu durchqueren.

[Quelle: Viral in USA]

Akkus in Sekundenschnelle aufladen

In fast jedem Artikel über Elektroautos wird immer wieder auf die mühsame und lange andauernde Aufladezeit der Batterie verwiesen.

Superkondensatoren lassen sich sehr schnell laden und entladen, eignen sich aber nicht zur Energiespeicherung, die für Akkus nötig ist. Ideal wäre es deshalb, beide Eigenschaften, nämlich Speicherfähigkeit und Geschwindigkeit zu kombinieren. Ein Forscherteam der Drexel University in Philadelphia hat sich nun dieser Sache angenommen und mit Hilfe des sehr leitfähigen Materials Mxene gute Ergebnisse im Millisekundenbereich erzielt. Allerdings ist dabei auch die Struktur der Elektroden ganz entscheidend.

Die Aufladezeit ist bei Smartphones sicher nicht kaufentscheidend, würde aber den Kauf von Elektroautos stark fördern, da neben der Reichweite die Aufladezeit auch immer mit konventionellen Autos mit Verbrennungsmotoren verglichen wird.

[Foto: Drexel University, Quelle: Trends der Zukunft]

Radikale Innovation mittels Science Fiction

Studenten der Fachhochschule Salzburg haben zusammen mit der Medien-Agentur LOOP am 10.7.2017 die Ergebnisse aus einem tollen Projekt, nämlich dem „Speculative Design Lab TOPIA“ präsentiert. Als ein Denkansatz wurde vorausgesetzt, dass die Erde inzwischen unbewohnbar wäre und wir Menschen uns hauptsächlich im Weltraum (oder unter der Erdoberfläche) aufhalten. Daraus entwickelten sich Ideen für „geteilte“ und „private“ Zonen. Eine kreisrunde Arbeits- oder Schlafeinheit könnte z.B. in Elon Musks „Reiseröhre HYPERLOOP“ andocken, um auch am Zielort zur Verfügung zu stehen.

Ein zweiter Denkansatz war die Verbindung von realer und virtueller Realität, ein dritter die Reduktion der Sinne. Unter der Annahme, dass wir Menschen kein Augenlicht haben, werden die übrigen Sinne stärker aktiviert und bringen interessante Ansätze für neue Produkte.

Die geistige Reise in eine mehrere hundert Jahre entfernte Welt zwang die Teammitglieder, ihr Vorstellungsvermögen über alle Maßen zu strapazieren und führte genau zu dem Verhalten, das für radikale Innovationen benötigt wird. Für einige der daraus entstandenen Produkt- oder Dienstleistungsideen gab es Prototypen, mit denen auch probiert werden konnte. Ein alles in allem sehr gelungenes Experiment, das unbedingt fortgesetzt bzw. wiederholt werden sollte, vor allem weil es auch Studiengang übergreifend stattfand.

Formschönes Rundhaus aus dem 3D-Drucker in 24 Stunden

Natürlich sind die russischen Erbauer dieses Hauses stolz auf ihren tollen 3D-Drucker, der aus Beton ein Haus innerhalb von 24 Stunden erstellt. Die Ersten sind sie damit allerdings nicht: Die Chinesen haben 2014 bereits zehn Häuser auf einmal in einem Tag „gedruckt“! Allerdings in einer Halle, die russische Firma Apis Cor druckt das Haus direkt auf der Baustelle – auch bei -35 Grad!

Man könnte diese Häuser sehr schnell nach Katastrophen drucken, wenn viele Menschen obdachlos werden. Oder bei größer werdenden Flüchtlingswellen. Trotzdem glaube ich, dass vorerst eher betuchtere Leute auf diese Art von Häusern zugreifen werden, die eine bestimmte „Vorreiterrolle“ dokumentieren möchten.

[Quelle: Trends der Zukunft]