Modulare Smartphones

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Eines der 40 Prinzipien von Genrich Altshuller, um Innovationen zu generieren, ist das Prinzip Nr. 1 ‘Zerlegen’. Diesen Gedanken verfolgt auch der Niederländer Dave Hakkens mit seinem Konzept ‘Phonebloks’. Er möchte damit einen Beitrag leisten, die Menge der Millionen von nicht mehr benützten Smartphones zu verkleinern, die in vielen Haushalten dieser Erde herumliegen. Er geht von Folgendem aus:

1. Elektronische Geräte sind nicht für die Ewigkeit gebaut.

2. Alle paar Monate gibt es Verbesserungen.

3. Im Zuge der Verwendung steigt das Interesse an neuen Leistungsmerkmalen, größerer Geschwindigkeit und höherer Kapazität

4. Warum sollen tadellose Teile eines Smartphones nutzlos in Schubladen herumliegen, nur weil ein oder zwei Teile nicht mehr richtig funktionieren oder anders gewünscht werden. Wenn selbst der Laie möglichst einfach verschiedene Teile tauschen könnte…

Als er im September 2013 das untenstehende Video ins Netz stellte, erntete er innerhalb von 24 Stunden über 1 Million Klicks. Sein Konzept scheint also offensichtlich auf großes Interesse zu stoßen! Ich bin gespannt, welcher der Telefonkonzerne als erster dieses Konzept umsetzen wird, um elektronischen Müll zu vermeiden.

https://www.youtube.com/watch?v=oDAw7vW7H0c

[Quelle: bizforward]

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Wie ein Ingenieur sein eigenes Herz reparierte

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Tal Golesworthy ist Techniker in Großbritannien und sah sich vor einigen Jahren damit konfrontiert, dass seine Aorta an einer Stelle im/am Herzen brüchig wurde und Gefahr lief zu platzen. Die Ärzte rieten zu einer raschen Operation, die ungefähr so ablaufen sollte: Der Brustkorb wird geöffnet, der Patient an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, sein eigenes Herz still gelegt, der Körper auf 18 Grad Celsius heruntergekühlt, der brüchige Teil der Aorta herausgeschnitten und durch einen künstlichen Teil ersetzt. Anschließend muss das stillgelegte Herz wieder neu eingetaktet werden, ein nicht unproblematischer Vorgang. Auch das Hochfahren auf normale Körpertemperatur ist nicht ‘ohne’. Der Patient ist danach sein Leben lang auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen, die Abstoßreaktionen des Körpers verhindern.

All das wollte Tal Golesworthy nicht. Als Mann, der sich mit der Reparatur von Boilern und Leitungen auskennt, brachte er diese Erfahrungen ein und schlug den Ärzten vor, das zu tun, was Techniker mit maroden Rohrleitungen oftmals tun: Statt sie auszutauschen werden sie von außen repariert. Zusammen mit aufgeschlossenen Herzspezialisten entwickelte er eine Manschette, mit der seine Aorta ummantelt wurde. Dies konnte in einer kurzen Operation am schlagenden Herzen erfolgen und die Manschette ist aus einem Material, das der Körper nicht abstößt. Dadurch erspart er sich dementsprechende Medikamente. Obwohl bis 2011 (das TED-Video stammt aus diesem Jahr) bereits 90 Operationen ohne Komplikationen verlaufen waren, läuft weiterhin eine große Zahl erfahrener Herzspezialisten gegen diese Lösung Sturm, weil sie gegen die herkömmliche Vorgangsweise vieler Herzchirurgen spricht. Wieder ein gutes Beispiel, wieviele Widerstände bei einer radikalen Innovation zu überwinden sind. 

https://www.ted.com/talks/tal_golesworthy_how_i_repaired_my_own_heart
[Quelle: TED-Video]

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Ein Auto für junge Leute: Renault KWID

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Das neue Konzeptauto von Renault wurde von einer internationalen Mannschaft hautsächlich in Indien entwickelt und ganz auf die zukünftige Kundschaft abgestimmt. Die Jugend von heute steht dem Elektroauto viel positiver gegenüber als ihre Eltern und fotografiert gerne. Sie liebt technisches Spielzeug. Renault hat deshalb seinem KWID eine Drohne mitgegeben, die aus dem Dach aufsteigt und den Fahrtweg aus der Luft abbildet (dort muss sie in Zukunft allerdings achtgeben, nicht mit einer Drohne von DHL oder Amazon zusammen zu stoßen). Interessant ist auch eine weitere Neuerung: Vorne gibt es eine Sitzbank, bei der der Fahrer in der Mitte ‘trohnt’! Dadurch fasst das Auto 5 Personen. Auch das Türkonzept geht neue Wege. Das von Renault bezweckte Resultat: Ein Auto zum Träumen!

https://www.youtube.com/watch?v=SF7it6_2j7Q

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Algen statt Plastik

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Nach langen Jahren der Forschung hat der Franzose Remy Lucas einen Weg gefunden, wie Algen als Rohstoff verwendet werden können. Und damit auf Erdöl als Grundstoff verzichtet werden kann. In einer ersten Stufe hat er noch halb Plastik, halb Algen verwendet und damit immerhin schon eine enorme Menge Erdöl eingespart. Aber mit Algopack ist es ihm gelungen, auf 100% Algen als Grundmaterial zurückzugreifen.

Für Staaten, die am Meer liegen ergibt sich dadurch auch die Möglichkeit, diese Algen nahe am Meer zu verarbeiten. Algen haben gegenüber Erdöl eine Menge Vorteile. Das Material wächst schnell nach, steht in nahezu unbegrenzter Menge zur Verfügung und kann leicht geerntet werden. Im Gegensatz zu Plastik ist es kompostierbar und daher umweltfreundlich. Wer anläßlich der Suche nach dem verschwundenen Flug MH 370 gesehen hat, was alles in den Weltmeeren herumschwimmt, kann sich vorstellen, dass Algen als Verpackung (sollten sie wieder ins Meer gelangen) dort viel weniger anrichten können als Plastikteilchen, die Tiere und Menschen vergiften.

https://www.youtube.com/watch?v=hIOkdKPWImg

[Quelle: bizforward]

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Gamification ist das Zauberwort

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mysugr.pngGamification bzw. Gamifizierung ist der Einsatz spielerischer Elemente in spielfremden Bereichen. Wer das schafft, kann eher freudlose Tätigkeiten so umwandeln, dass die betroffenen Datensammler süchtig werden. So geschehen bei einem Wiener Startup namens ‘mySugr’, das Diabetikern in spielerischer Form mittels einer App hilft, ihre Werte aufzuzeichnen, ihre Speisen zu fotografieren und Orten zuzuordnen und alle Daten zu katalogisieren.

Wie in so vielen Fällen entstand die Idee dafür, weil der Mitbegründer des StartUps Frank Westermann selbst Diabetiker ist. Wie viele andere in seinem Team auch. Die mit Begeisterung an die Idee herangingen, den Alltag für Diabetiker spannender zu machen. Indem man Monster besiegt und für die Eingabe von Daten belohnt wird.

An die 100.000 Menschen nutzen bereits diese App, die auf iPhone und Android läuft. Deshalb war es auch klar, dass sich eine Reihe von Investoren entschlossen haben, in dieses Projekt weiter zu investieren. 2013 bekam dazu mySugr noch den Staatspreis für das beste StartUp-Marketing in Österreich verliehen.

[Foto: mySugr]

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Eine Karte für alle

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Was meine Studenten an der Fachhochschule Salzburg bereits in unterschiedlichen Semestern als Projektarbeit erfunden haben, wird jetzt gerade in Amerika Wirklichkeit und soll Mitte dieses Jahres endgültig an den Start gehen: Die universelle Karte, die alle anderen Kredit- und Kundenkarten vereint. Mittlerweile ist ja der Wust an Kreditkarten, den jeder mit sich herumschleppt, schon wirklich ärgerlich geworden. Deshalb bin ich schon sehr gespannt, ob diese Lösung, die angeblich bei der Vorausbestellung nach 40 Minuten schon 50.000 USD Umsatz erreicht hatte, auch außerhalb der USA klaglos funktioniert.

Leider lässt sich derzeit in die Karte namens “One Coin for All” noch keine wiederaufladbare Batterie einbauen. Deshalb wird die Lebensdauer der Karte auch nur mit ca. 2 Jahren angegeben und diese muss dann wieder neu gekauft werden. Was bei einem angestrebten Preis von 100 USD doch heftig ist. Die Vorausbesteller bekommen die Karte allerdings noch um 55 USD inklusive Zustellung.

Die Funktionen sind im folgenden Video recht schön beschrieben.

http://www.youtube.com/watch?v=w9Sx34swEG0

[Quelle: bizforward]

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Ultraschall reinigt Windschutzscheiben

Auto, Verfahren No Comments

Seit langem werden schon Zähne oder Brillen mit Ultraschall gereinigt. Nun soll es auch einem Teil an den Kragen gehen, das sich über viele Jahre und Jahrzehnte nicht sehr verändert hat: Dem Scheibenwischer beim Auto. Früher zwei, manchmal nur mehr einer, früher gleich groß, heute verschieden groß oder von ganz unterschiedlicher Form, möglicherweise sogar mit unterschiedlichen Wischrhythmen - immer noch sind es Wischer, die unsere Autoscheiben frei halten. Auch wenn sie im Winter anfrieren oder mit Schnee verkleben und Schlieren machen. Dies soll in Zukunft alles nicht mehr nötig sein, wenn die Windschutzscheiben bei Autos mit Ultraschall gereinigt werden. Noch größer sehe ich den Nutzen im Sommer, wenn hunderte von Insekten bei jeder Ausfahrt gegen die Scheiben klatschen. Die sollen nun durch Ultraschall von vornherein von der Windschutzscheibe fern gehalten werden. Durch eine Art Schutzschild würden Wasser und Insekten über das Dach abgeleitet werden.

Auch wenn die technische Seite lösbar scheint, wird es doch schwierig sein, die Behörden vom Verzicht auf die Scheibenwischer zu überzeugen. Aber schließlich haben heutige Autos auch kein Reserverad mehr im Kofferraum - vor einigen Jahren noch undenkbar!

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Flexible Wohnmaschine vervierfacht Wohnfläche

Bauen No Comments

Immer wieder enstehen radikale Innovationen beim Bauen z.B. indem man 2 Themenbereiche vereint, die an sich nichts miteinander zu tun haben. So hat sich der italienische Architekt Angelo Roventa für den Bau einer platzsparenden Wohnung einen Bücherspeicher als Beispiel genommen, da dieser eine große Menge Bücher auf einer kleinen Fläche unterbringt, ohne für jede Bücherreihe einen neuen Gang zu benötigen. So wie in einem Bücherspeicher nur die Fläche für einen einzelnen Gang benötigt wird - der Gang entsteht jedes Mal neu, wenn Bücherreihen verschoben werden - so kann man in seiner ‘Livig Unit’ die meisten Wohnmodule bewegen und verwendet den jeweils neu entstehenden Zusatzraum ohne dass in der übrigen Zeit anderer Raum nutzlos leer steht. Dadurch kann ein 1-2-Personenhaushalt aus einer Fläche von rund 60m² eine Wohnlandschaft machen, für die sonst über 200m² notwendig wären. Sein Konzept ist in Vorarlberg zu besichtigen und auch schon in einem Wohnprojekt der Vogewosi (Vorarlberger Wohnbaugenossenschaft) eingeplant. Ein Hotelier/Architekt hat eine Luxusausführung in seinem Appartmenthaus in Oberlech installiert, wo es von den Gästen begeistert aufgenommen wird.

http://www.youtube.com/watch?v=dZslNojcid8

Natürlich erfordert dieses Konzept eine neue Art des Wohnens, an die man sich erst gewöhnen muss. Interessanterweise hatte Roventa sein Konzept für Single-Männer vorgesehen, es findet aber bei Frauen und Kindern ebenfalls großen Anklang. Unaufgeräumtes ist schnell weg gekurbelt, gegen Aufzahlung auch per iPhone vollautomatisch gesteuert! Oder die ‘angepatzte’ Küche ist im Handumdrehen verschwunden, wenn Gäste kommen.

Angeblich hat sogar die Finanz schon eine Modellkalkulation akzeptiert, die eine teilweise berufliche Abschreibung gestattet!

[Quelle: Salzburger Nachrichten]

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Trauen wir uns 2014 mehr als bisher?

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Man braucht sich nur im Alltag umzusehen und findet überall Dinge, die irgendwie noch besser funktionieren könnten. Aber auch solche, wo man sich fragt, warum es dafür noch gar keine wesentlich bessere Lösung oder überhaupt eine Lösung gibt. Manche Ideen entstehen erst, wenn sich ein Trend durchsetzt.

Wenn es z.B. immer mehr Leute gibt, die sich weiterbilden möchten, um im Beruf weiter zu kommen, dann ist es klar, dass viele davon aus unterschiedlichsten Gründen dafür nicht irgendwohin fahren können. Oder nur nachts für Weiterbildung Zeit haben. Daher wird ‘Online-Education’ immer bedeutender und es braucht dafür wirklich gute Lösungen, die das Lernen am Computer (am Tablet, am Telefon) erleichtern.

Wenn unüberschaubare Mengen von Daten gesammelt werden, dann entsteht auch hier ein Bedarf, aus den gesammelten Daten etwas zu machen. Wer hier interessante Lösungen anbietet, kann damit sicher viel Geld verdienen.

Auch beim Thema ‘Mobility’ verschmilzt z.B. das Auto mit elektronischen Dingen, die den Fahrer unterstützen. Das Auto selbst nützt auch das Internet und Satelliten, um im Notfall rasch Hilfe herbeiholen zu können. Oder auch, um mit Nachbarautos zu kommunizieren.

Offline und Online wachsen immer stärker zusammen: Der Online-Handel steigt rasant an. Da die online gekauften Waren zugestellt werden müssen, sind ganz neue Logistikkonzepte gefragt. Nicht umsonst experimentiert Amazon mit Drohnen.

http://www.youtube.com/watch?v=98BIu9dpwHU

Trauen wir uns wirklich zu, unseren ersten Reflex (”So ein Blödsinn!”) in die Schranken zu verweisen und zu überlegen, was passieren müsste, um so eine Idee zu verwirklichen? Mehr Mut, mehr Optimismus und mehr Vertrauen, es doch noch zu schaffen, wünsche ich uns allen für 2014.

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Kleinster Herzschrittmacher der Welt

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Gerade wurden 4 Exemplare davon erstmals im Linzer AKH eingesetzt. Aber nicht wie bisher in eine Tasche unter der Haut, sondern über eine Punktion in der Leiste durch eine Vene bis ins Herzen vorgeschoben. Der Schrittmacher der amerikanischen Firma Medtronic hat etwa die Größe einer Vitamintablette und kleine Widerhaken, mit denen er im Herzen ‘angehängt’ werden kann. Die Linzer Ärzte hatten sich in einem aufwändigen Auswahlverfahren gegen hunderte anderer Bewerber durchgesetzt und den Zuschlag für die ersten Versuche ‘am Menschen’ erhalten, nachdem sie bereits erfolgreich an Schweinen bewiesen hatten, dass sie den Vorgang wirklich gut beherrschen.

http://www.youtube.com/watch?v=uJRdQUTHs_Y

Für die Patienten ist das nun nicht mehr eine Operation im herkömmlichen Sinn, der Aufwand vergleichbar mit der Einführung eines Stents. Im besten Fall kann der Patient nach einem Tag bereits aufstehen und das Spital verlassen. Außerdem fällt das Gefahrenpotential herkömmlicher Schrittmacher weg wie Infektionsgefahr oder dass ein Schlauch die Lunge perforiert. Die Batterie soll 10 Jahre halten, bald soll es auch Batterien mit 15-jähriger Laufzeit geben. Allerdings eignet sich der Micra (so der Name des Winzlings) nur für Patienten mit geringen Indikationen für einen Schrittmacher, nicht jedoch für solche, die einen Zweikammern-Schrittmacher brauchen.

Bleibt noch die Frage offen: Wie tauscht man diese Mini-Schrittmacher nach 10-15 Jahren aus, wo sie doch mit Widerhaken im Herzen hängen?

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